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Holz: ein natürlicher Baustoff, der es »in sich« hat

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Holzunterstand auf stabilem Fundament selber bauen

Wer kennt sie nicht, die jahrhundertealten Fachwerkhäuser unserer Innenstädte, die noch heute eine stilvolle Optik und ungeheure Stabilität aufweisen? Durch die Haltbarkeit von Holz macht diesen Bauten kaum eine andere Gebäudeart etwas vor. Wichtig ist nur, dass der Naturwerkstoff durch konstruktive Maßnahmen dauerhaft vor Feuchtigkeit geschützt bleibt – und überall dort, wo er an der Außenseite mit Wind und Wetter in Berührung kommt, muß das Holz eine Beschichtung tragen. Was in alten Zeiten funktionierte, das klappt auch noch in unserem Zeitalter der wissenschaftlich ausgeklügelten Kompositwerkstoffe.

 

Ein Blick ins Innere des Baumes: Warum ist Holz so robust?

Ein Baum ist daraus konzipiert, mehrere Jahrhunderte den widrigsten Bedingungen zu trotzen, beispielsweise Stürmen standzuhalten und Schneelasten zu tragen. Um zu verstehen, warum das Stamm- und Astholz eine so starke Widerstandskraft entfaltet, lohnt sich ein Blick ins Innere: Holz besteht aus hauptsächlich aus Lignin, Zellulose und Hemizellulose. Das Grundgerüst bildet das Polysaccharid Zellulose, das einen Anteil von etwa bis zu 50 % besitzt. Hierbei handelt es sich um langkettige Zuckermoleküle, die dem Material die Kraft verleihen, starke Zugkräfte aufzufangen. Die als füllende Substanz dienende Hemizellulose besteht ebenfalls aus Zucker, ist aber kurzkettiger gebaut. Das Lignin verleiht dem Holz seine Festigkeit, es setzt sich hauptsächlich aus ringförmigen Phenolen zusammen und sorgt für die Verholzung der Zellen, in dem es die unterschiedlichen Bausteine verknüpft. Nur aufgrund des Lignins dürfen wir uns über Holzbalken und -bretter freuen, die in der Länge mehr als 3 Meter messen.

 

High-Tech-Behandlung für Konstruktion- und Brettschnittholz

Da die Zusammensetzung des Holzes bei jeder Baumart unterschiedlich ausfällt, bietet der Markt eine große Auswahl Hölzer mit unterschiedlichen Eigenschaften. Bestanden die alten Fachwerkrahmen noch hauptsächlich aus Eichenholz, so dient heute häufig technisch getrocknetes Nadelholz als Konstruktionsmaterial für Gebäude(teile) auch KVH (Konstruktions Voll Holz genannt). Das moderne Bauschnittholz verfügt über einen extrem niedrigen Feuchtigkeitsgehalt von etwa 12 bis 18 % und wird herzgetrennt geschnitten, dadurch erweist es sich als besonders formstabil und rissarm. »Herzgetrennt« bedeutet, dass der Schnitt durch die Markröhre geführt wird – als »herzfrei« wird hingegen ein Holzwerkstoff bezeichnet, der keinen Kern mehr enthält. Die Oberfläche des Konstruktionsholzes ist in der Regel maßhaltig bis auf etwa einen Millimeter. Brettschnittholz besteht hingegen aus verleimten und verpressten Nadelholzlamellen, es weist aufgrund dieser Vorbehandlung eine stark erhöhte Tragfähigkeit und Festigkeit auf. Auf dem Markt sind auch Sonderbauteile erhältlich, wie zum Beispiel Satteldachbinder oder Rundbögen.

 

Ästhetik und Nachhaltigkeit, vereint mit hoher Funktionalität

Auch umwelttechnisch steht das Holz ganz vorn auf der Liste der sinnvollen Baumaterialien. Es handelt sich um einen nachwachsenden Werkstoff, der, wenn er aus naturnaher Bewirtschaftung stammt, als ökoneutral angesehen werden kann: Wer beim Einkauf nach dem FSC-Siegel Ausschau hält, der stellt sicher, dass sein Holz ein Produkt nachhaltiger Forstwirtschaft ist. Nebenbei wirkt dieser besondere Werkstoff auf natürliche Weise wärmedämmend und sorgt, in Kombination mit anderen diffusionsfördernden Materialien, für ein angenehmes Raumklima. In Form eines Parkett- oder Dielenbodens bewirkt ästhetisch maseriertes Holz ein Gefühl von Behaglichkeit und wertet die Optik des Interieurs deutlich auf. In Verbund mit anderen Materialien entstehen neue Werkstoffe mit veränderten Eigenschaften, wie zum Beispiel das beliebte Holz-Kunststoff-Komposit WPC.

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